Historie

Bredbeck, früher auch Bretbeke, das "breite Becken" genannt, liegt auf einem Geestrücken oberhalb von Osterholz-Scharmbeck. Das Gebiet befindet sich in unmittelbarer Nähe des Teufelsmoors und verfügt von alters her über Quellseen, Bäche und Wälder. 

1543 standen in Bredbeck bereits zwei Höfe, die durch einen Bachlauf getrennt waren. Im Laufe der Zeit kamen, angezogen von den Wasserquellen, weitere Siedler hinzu. Unser Straßenname "An der Wassermühle" weist darauf heute auf die Bedeutung der Wasserläufe für die Besiedlung hin. 

1850 erwarb der Tuchfabrikant und Kommerzienrat Martin Schmand aus Scharmbeck den ersten Hof in Bredbeck. Schmand errichtete an seinem Ufer ein Herrenhaus - unser heutiges Haupthaus. Von dem nach englischem Vorbild angelegten Park zeugen heute noch einige große Bäume, wie die große Rotunde vor dem Haupteingang.

1889 übernahmen zwei Brüder aus Geestemünde Gut und Ländereien. Aus dem Herrenhaus wurde eine Gastwirtschaft und der See begehrtes Ausflugsziel von Sommergästen.

1893 Der Fabrikant Bergfeld, Mitinhaber der Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld in Bremen, übernimmt Bredbeck. Der Mühlenbetrieb wurde damit endgültig eingestellt und die Mühle abgerissen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde durch die Arbeit russischer Kriegsgefangener der sogenannte "Russenpad" gebaut, eine nord-östlich verlaufende Wegeverbindung zwischen dem Gut und Myhle-Sandhausen. Auf der jenseitigen Anhöhe entstand die Villa Bredbeck. Bis 1937 wurde das zusammengelegte Anwesen von der Familie Bergfeld bewohnt.

1937 übernahm die Familie Borgward das Gut als Sommersitz. Borgward hatte sich deutschlandweit als Automobilhersteller einen Namen gemacht. 

1938 wurde sein großes, modern konzipiertes Autowerk in Bremen-Sebaldsbrück in Betrieb genommen. Ende der dreißiger Jahre wurde das Herrenhaus außerdem für eines der Landjahr-Programme genutzt, in welchem Jugendliche durch Landarbeit und politische Erziehung dem "neuen Geist" des Nationalsozialismus entsprechend geschult werden sollten. Borgward, der dem Nationalsozialismus nahe stand, stellte das Anwesen dem "Reichsfiskus Luftfahrt" des Deutschen Reiches zur Verfügung. 

1940 wurde der "Reichsfiskus Luftfahrt" Eigentümer der Ländereien. Aus dem Herrenhaus sollte ein Offizierskasino werden, doch der Plan scheiterte. Der mittlerweile riesige Besitz wurde stückweise veräußert.

1942 übernahm die Landesversicherungsanstalt Oldenburg das Herrenhaus und den umliegenden Park und eröffnete eine Lungenheilanstalt für Frauen. Die Lungenheilstand bestand bis zum Ende der 60er Jahre. 

1971 erwarb der Landkreis Osterholz das Herrenhaus mit dem Park.

1976 eröffnete die Jugendbildungsstätte des Landkreises Osterholz die Pforten. Bredbeck war eine von fünf Jugendbildungsstätten, die bis Mitte der 1990er Jahre vom Land Niedersachsen gefördert wurden.

1998 wurde aus der Jugendbildungsstätte das Tagungshaus Bredbeck, das seither als Eigenbetrieb des Landkreises Osterholz wirtschaftlich selbstständig arbeitet.

2006 ist Bredbeck zum Zentrum für präventive Pädagogik geworden und hat mit dem Hochseilgarten und dem Kulturpavillon zwei zukunftsweisende Projekte erfolgreich umgesetzt.

2007 siedelt sich die Kompetenzagentur Osterholz im Hause an - ein Projekt zur beruflichen und sozialen Integration junger Menschen. Die Bereiche Erlebnispädagogik, sowie Natur- und Wildnispädagogik wurden erweitert. Gleichzeitg zum Umbau von Haus 3 zum Jugendgästehaus wurden Bildungsfahrten Teil des neuen Hauskonzeptes.

2009 erfolgte die energetische Sanierung des Haupthauses. Das "Moorlabor" und der Infopoint wurden als Teil der "Erlebniszentren Teufelsmoor" realisiert. Eine Radstation für Gäste wurde eingerichtet.

2013 wurde das wichtigste strategische Ziel erreicht, die Anerkennung als Niedersächsische Heimvolkshochschule, so dass aus dem Tagungshaus jetzt die „Bildungsstätte Bredbeck“ mit einem erweiterten Profil und neuem Erscheinungsbild geworden ist.

2016 feierte die Bildungsstätte Bredbeck ihren 40jährigen Geburtstag.